Linspher Rad- & Wanderweg

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Der Linspher Rad- und Wanderweg

Prolog

Vorweg sei gesagt, dass der hier beschriebene „Linspher Radweg“ nicht in Bromskirchen endet, sondern der Ragweg verläuft weiter bis in den benachbarten Hochsauerlandkreis – dazu aber im Verlauf mehr.

Auch wenn der Linspher Radweg als Radweg benannt wird lädt er auch zum Wandern und zu Spaziergängen ein. Der Weg ist abseits von
Verkehr und lästigen motorisierten Fahrzeugen (ausgenommen landw. Verkehr etc.).

Die Strecke führt durch Tunnel und vorbei am Viadukt, auf Abschnitten wo früher Gleise lagen deren Wege und dessen Verlauf eine Geschichte zu erzählen hat.

Er schlängelt sich an Feldern und Wiesen vorbei, führt durch Wälder und überquert Flüsse, Brücken und Täler.

Infotafeln am Wegesrand

Der Linspher Radweg

verläuft auf einer ehemaligen Bahnstraße und navigiert durch das idyllische Linsphertal entlang des Linspherbaches, der auch gleichzeitig der Namensgeber dieses Radwegs war.

Am 8. August 2008 wurde der Linspher Radweg eröffnet. Er ist ein rund 1,3 Millionen Euro Gemeinschaftsprojekt der beiden Kommunen – Bromskirchen und Allendorf (Eder) – und wurde, nach mehrjähriger Bauzeit, offiziell als Rad- und Wanderweg freigegeben. Zur Einweihung kamen hunderte von Gästen, zum größten Teil mit ihren Drahteseln, um den rund 9,2 Kilometer langen Radweg zwischen Allendorf (Eder) und Bromkirchen einzuweihen.

Aber auch auf der Radstrecke werden sie anhand von sechs Schautafeln informiert.

Die einzelnen Tafeln, sind auch so strategisch angeordnet und aufgestellt, das jede einzelne Tafel ihre eigene Geschichte zu genau diesem Standort und ihrer Umgebung erzählt, an der die Tafel aufgestellt ist und Sie sich – als Radler und Wanderer – gerade befinden und auf deren Schautafel Sie sich gerade informieren.

Die Beschaffenheit des Rad- und Wanderwegs ist durchgehend asphaltiert und zu Ihrer Richtungsorientierung sehr gut beschildert.

Mit der Fertigstellung der kompletten Radstrecke bis Winterberg und der Eröffnung des Linspher Radwegs wurden auch gleichzeitig zwei deutschlandweit bekannte Radwege verbunden – der Ruhrtal-Radweg und der Ederradweg.

Der neue Radweg der entlang der ehemaligen Bahntrasse Allendorf (Eder) – Winterberg an der Bundesstraße B 236 führt, wird in bekannten und einschlägigen Trekkingbiketouren mit der Nummer: Tour 22249 oder als Linspher Radweg aufgeführt und gelistet.

Entlang der Rad- und Wanderstrecke Allendorf (Eder) – Bromskirchen und weiter bis Winterberg kann man eine atemberaubende Landschaft in all ihren Fassetten bei jeder Jahreszeit genießen.

Auf der gesamten Strecke wurde für ausreichend Rast- und Parkplätze gesorgt. Sie können somit auch mit Ihrem PKW bis zum Rad- und Wanderweg gelangen, an dem an verschiedenen Punkten Parkplätze zu finden sind, von denen dann die Radtour und Wanderung sowie Spaziergänge starten können. Auf der Strecke selber wurden Bänke und Bankgruppen aufgestellt die ausreichend Platz zur Rast, Erholung und für Ihre Schöpferischen Pausen bieten.

Die Strecke

Weiter geht es auf unserem Linspher Radweg und Sie kommen an historischen Bauwerken vorbei, wie dem Bromskircher Eisenbahnviadukt das über den Linspherbach und den Mühlengraben führt, vorbei an der Unteren Linsphermühle.

Wandert und radelt man auf dieser Strecke weiter, gelangt man bei Bromskirchen durch de sogenannten „Schlund“, den ehemaligen – ca. 300 Meter langen – Bahntunnel der 1908 gebaut und für den Rad- und Wanderweg asphaltiert und beleuchtet wurde.

Hinweis: In den Wintermonaten vom 01. Oktober bis 31. März ist der Tunnel jedoch geschlossen.

Streckenverlauf

Die Rad- und Wanderstrecke auf unserem Linspher Radweg, zwischen Allendorf (Eder) und Bromskirchen, hat eine Länge von ca. 9,2 km und einen Höhenanstieg von über 100 Metern. Auf diesem Abschnitt können Jugendliche und Kinder ganz bequem radeln, da der Schwierigkeitsgrad eher gering ist. Die gesamte Radstrecke, inkl. Ruhrtal-Radweg und Ederradweg, hat eine Gesamtlänge von ca. 62 km.

Eisenbahnbau 1906 - 1908

Der Eisenbahnbau im Deutschen Reich lag am Ende des 19. Jahrhunderts in staatlicher Hand. So hatte auch die für den hiesigen Bezirk zuständige königlich-preußische Verwaltung erkannt, dass Sekundärbahnen (Nebenbahnen) nicht unbedingt Gewinne einfahren konnten, aber für den wirtschaftlichen Fortschritt auf dem Lande erforderlich waren. Mit der direkten Anbindung zum industriereichen Ruhrgebiet war ein lang gehegter Wunsch der Städte und Gemeinden Wirklichekit geworden. Hier, im waldigen und felsenreichen Abschnitt des Linsphertales zwischen Allendorf (Eder) und Bromskirchen, erfolgte der erste Spatenstich für die Trassenführung am 22. Januar 1906 durch italienische Arbeiter. Im Jahre 1907 waren über 600 Fremdarbeiter aus Italien, Bosnien, Kroatien und Böhmen einquartiert und fanden beim Bahnbau Arbeit und Verdienstmöglichkeiten. Auch einheimische Fuhrleute verdienten sich ein „Zubrot“. Nach 2 3/4-jähriger Bauzeit erfolgte am 12. November 1908 die landespolizeiliche Abnahme der Neubaustrecke

Nach dem ersten gültigen Fahrplan ab 1. Dezember 1908 verkehrten bis nach Bestwig täglich fünf Zugpaare, gezogen von neun gebirgstauglichen Dampflokomotiven. Diese hatten die größten Kraftanstrengungen auf der 13 Kilometer langen Steigung mit einem Höhenunterschied von 190 Metern von Züschen nach Winterberg zu bewältigen. Die Steigung auf der 36,2 km langen Strecke vom Bahnhof Frankenberg (274,9 m.ü.M.) zum Bahnhof Winterberg (654,3 m.ü.M.) betrug 379,4 Meter.

Eisenbahnhaltepunkt Osterfeld (Hess. - Nassau)

Osterfeld, seit August 1999 Ortsteil der Gemeinde Allendorf (Eder), entstand im Jahre 1774, als Kolonisten aus Allendorf die Erlaubnis zum Siedeln erlangten. Für die wenigen Bewohner war es ein großer Fortschritt, mit der Eröffnung der Eisenbahn im Jahre 1908 einen eigenen Haltepunkt mit einem Wartehäuschen zur Verfügung zu haben. Ihr „Dörfchen“ erschnien nun namentlich in den Fahrplanbüchern des Deutschen Reiches. Zur Unterscheidung zwischen der namensgleichen Stadt in Westfalen, trug der Schriftzug des Haltestellenschildes die Zusatzbezeichnung (Hessen-Nassau). Dieses Osterfeld, wie auch Allendorf (Eder), gehörte politisch zum Kreis Biedenkopf bzw. zum Hinterland.

Rastplatz zwischen Bromskirchen und Osterfeld

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Hallenberg und Allendorf (Eder) überquerte die Eisenbahn gleich viermal die Bundesstraße 236. Kurze Zeit nach der entgültigen Stilllegung der Strecke wurden die früheren Straßenkurven begradigt und der heutige Parkplatz an der Grenze zwischen Allendorf (Eder) und Bromskirchen eingerichtet. Der alte Bahndamm zwischen dem Diedensberg und dem Viadukt an der Unteren Linsphermühle ist tief von Gestrüpp überwuchert und kaum noch begehbar.

Die Eisenbahnverbindung vom kurhessischen Frankenberg (Eder) über Winterberg zum Knotenpunkt Bestwig in Westfalen zählte zu den landschaftlich reizvollsten Nebenbahnen in Norhessen und im südlichen Westfalen. In Bestwig hatten Zugreisende Anschluss an die obere Ruhrtalbahn in Richtung Hagen oder Warburg. Schon in den 1920er Jahren benutzten Erholungssuchende, vor allem aus dem rauchgeschwängerten Industriestandort Ruhrgebiet (im Volksmund auch Kohlenpott genannt), das Transportmittel Eisenbahn, um in der Waldeinsamkeit des Rothaargebierges frische Luft zu schnappen.

Eisenbahn-Talbrücke an der Unteren Linsphermühle

Um 1913: Die mächtigen Bögen des neuens Bromskircher Eisenbahnviadukts überspannen Linspherbach und Mühlengraben an der Unteren Linsphermühle, die von Familie Heinrich Mankel betrieben wurde. Wolken der neuen gebirgstauglichen Tenderlok (preußische Bauart T 9-3) vor dem Personenzug Frankenberg (Eder) – Bestwig verlieren sich im Diedensberg.

Das Viadukt wird gerade von einem Güterzug überquert, der sich auf der Talfahrt von Bromskirchen nach Allendorf (Eder) befindet.

1966: Blick von der Eichenhardt aus ins Linsphertal auf die Untere Linsphermühle. Ein Personenzug auf der Strecke Frankenberg-Winterberg-Bestwig überquert die Talbrücke, gezogen von einer schweren Lokomotive der Baureihe 50 (Deutsche Bundesbah) mit Kabinenschlepptender.

Bahnhof und Tunnel Bromskirchen

Der Bahnhof Bromskirchen, im Tal der Schreifen gelegen, umrahmt von den baumbestandenen Bergrücken Eichenhardt, Steinroth und Lichtenberg war einer der landschaftlich am schönsten gelegenen Bahnhöfe in der hessischen und westfälischen Mittelgebirgslandschaft.

Öffnungszeiten

Zu den folgenden Zeiten hat unsere Verwaltung geöffnet: 

Montag

und 13:00 - 16:00 Uhr

Dienstag

und 13:00 - 16:00 Uhr

Mittwoch

Donnerstag

und 13:00 - 16:00 Uhr

Freitag

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